Angst vor globalen Ölproduktengpässen

17.01.25 • 10:38 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Zwar starten die Ölpreise leicht unterhalb der gestrigen Vormittagswerte in den Handel, die Angst vor den Auswirkungen der neusten US-amerikanischen Sanktionen auf russische Ölexporte treibt dennoch die Diesel- und damit Heizölkosten an. Zusätzlich sorgen kalte Temperaturen auf der Nordhalbkugel, besser als erwartete chinesische Wirtschaftsdaten und die Hoffnung auf weitere US-amerikanische Leitzinssenkungen für Ölpreisaufwärtsdruck.
Gegendruck, wie die Ankündigung, dass die Houthi-Rebellen voraussichtlich ihre Angriffe auf Schiffe im Roten Meer einstellen, gibt es aktuell kaum.

Der Euro stagniert bei 1,02 Dollar und wartet auf Richtungsimpulse. Die Ölpreise wiederum starten, im Vergleich zum gestrigen Vormittag, mit minimalen Verlusten in den neuen Handelstag, folgen allerdings wieder einem leichten Aufwärtstrend. Die Nordseerohölsorte Brent fiel auf 81 Dollar pro Fass, während die US-amerikanische Rohölsorte WTI mit 79 Dollar wieder unter die psychologisch wichtige 80 Dollar pro Fass Marke sank. ICE Gasoil fiel minimal auf 761 Dollar pro Tonne.

Zusammen mit dem Kälteeinbruch in Teilen der USA und Europas, sorgen die neusten US-amerikanischen Sanktionen für einen Anstieg der Dieselpreise. Marktbeobachter gehen davon aus, dass dem Weltmarkt durch die Sanktionen kurzfristig rund 150.000 B/T an russischen Dieselexporten verloren gehen. Die ebenfalls durch die Sanktionen beeinträchtigten Rohölexporte Russlands treiben die Ölproduktpreise zusätzlich an. Dieses Rohöl wurde zu großen Teilen nach China und Indien verschifft, dort zum Beispiel zu Diesel veredelt und nach Europa verkauft.
Zusätzlicher Ölpreisaufwärtsdruck kommt aus China. Die Wirtschaftspakete der dortigen Regierung ermöglichten es der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt knapp ihr fünf Prozent Wachstumsziel für 2024 zu erreichen. Allerdings hat der Staat Probleme den Wohlstandszuwachs der Unternehmen auch bei der Bevölkerung ankommen zu lassen. Während der Ölmarkt dies als kurzfristig preistreibend wertet, wird befürchtet, dass dieses Ungleichgewicht zu Problemen für die Ölnachfrage 2025 führen könnte. China plant dennoch ein ähnliches Wirtschaftswachstum für das aktuelle Jahr und will dies mit Staatsschulden finanzieren.
Ebenfalls Ölpreis treibend wirkt die Aussage der US-amerikanischen Zentralbank (Fed), dass die Inflation schneller als erwartet sinkt. Dies könnte laut hochrangigen Fed-Mitarbeitern dazu führen, dass statt der aktuell geplanten zwei 0,25 Prozent Leitzinssenkungsschritte, drei bis vier dieser Zinssenkungen in 2025 möglich werden könnten. Niedrige Zinsen kurbeln in der Regel die Wirtschaft und damit Ölnachfrage an.

Ölpreisdrückende Faktoren gibt es jedoch auch. Es wird davon ausgegangen, dass die im Jemen ansässigen Houthi-Rebellen demnächst verkünden werden, die Angriffe auf Schiffe im Roten Meer einzustellen. Hintergrund ist der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas. Dies würde die Preise für Öllieferungen per Schiff für viele wichtige Routen deutlich senken.
Trotz Chinas besser als erwarteter neuer Wirtschaftsdaten, belastet die gesunkene Raffinerieaktivität des größten Rohölimporteurs der Welt die Ölpreise. Es wird davon ausgegangen, dass die chinesische Ölnachfrage kurz davor steht ihren Höhepunkt zu erreichen und danach zurückzugehen.

Der neuerliche Heizölpreisanstieg lässt die Nachfrage auf einem für diese Jahreszeit untypisch niedrigen Niveau stagnieren. Das Interesse ist dagegen weiterhin untypisch hoch, nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Öltankfüllstände in der D-A-CH-Region.
In Österreich stiegen die Heizölpreise im Schnitt um 0,55 Cent pro Liter auf ein neues Sechsmonatshoch. In der Schweiz stagnieren die Heizölpreise dagegen am heutigen Vormittag, während sie in Deutschland im Schnitt um 0,9 Cent stiegen. Dennoch gibt es vor allem im Süden der Bundesrepublik eine Vielzahl an Angeboten von rund einem Euro pro Liter Heizöl. Interessant wird die Entwicklung der Temperaturen über die nächsten Tage. Während sich diese Tagsüber in der Regel knapp im positiven Bereich halten sollen, bewegen sie sich nachts unter dem Nullpunkt und können in Alpennähe auf bis zu Minus zehn Grad Celsius fallen. Der Bedarf nach Heizöl dürfte deshalb kurzfristig steigen. -fr-

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